Die Heilige Eucharistie

Kommen wir zu einem weiteren Sakrament – der Heiligen Eucharistie.

Sie gehört ebenfalls zu den Sakramenten der Initiation, soll sie doch das neue Kirchenmitglied dazu anregen, regelmäßig und oft die Heilige Kommunion zu empfangen.
Die Heilige Eucharistie ist ein zentrales Sakrament des katholischen Glaubens, da Jesus Christus in der Heiligen Eucharistie selber gegenwärtig ist.  Die Hostie ist nicht nur ein Symbol, ein Sinnbild für Jesus Christus, sie ist wirklich substantiell Jesus Christus in Fleisch und Blut, in Leib und Seele, als Gott und Mensch. Sie ist real, deshalb spricht man auch von der Realpräsenz, Jesus ist wirklich – also real – anwesend.

Während der Wandlung, der Konsekration, spricht der Priester oder Bischof die Wandlungsworte, die Jesus bei seinem letzten Abendmahl sprach – „dies ist mein Leib“ und „dies ist mein Blut.“
Katholiken glauben, dass in diesem Augenblick der Wandlung das Brot und der Wein wahrhaft zum Fleisch und Blut Christi werden. Und dass wie durch den Empfang der Heiligen Eucharistie Christus in seinem Gehorsam gegenüber dem Vater, seiner Demut und Nächstenliebe immer ähnlicher werden können und durch sie das ewige Leben haben, wie es Jesus selbst sagt. Wir empfangen durch die Heilige Eucharistie Christus persönlich und vollständig, in seinem Leben als Mensch und in seinem Leben als Gott.

Neben der Vereinigung mit Christus stellt der Empfang der Heiligen Eucharistie auch eine Vereinigung mit den gerade bei der Feier anwesenden und mit allen Katholiken der Welt zu allen Zeiten dar. Daher darf in einer katholischen Eucharistiefeier nur ein Katholik die Heilige Eucharistie empfangen, der den Glauben der katholischen Kirche teilt, auch was strittige Themen (Scheidung und Wiederverheiratung oder Abtreibung u.a.) betrifft.

Die Erste Heilige Kommunion empfängt man im Alter von etwa 8 – 10 Jahren, nachdem man zum ersten Mal zur Beichte gegangen ist. Man geht davon aus, dass es den Kindern in diesem Alter bewusst ist, dass sie den wahren Leib und das wahre Blut Christi empfangen.

Jesus feierte das Letzte Abendmahl am Vorabend des Passahfestes der Juden und starb den Kreuzestod am Passahfest selbst, während die Juden die Passahlämmer schlachteten, an dem Tag also, der die Juden daran erinnert, dass Gott sie aus der Versklavung gerettet und sie zur Freiheit geführt hat, in das Land das er für sie bereit hielt. Am Vorabend dieses ‚Gedenkfestes‘ nimmt Jesus den Kelch und spricht vom ‚Blut des neuen Bundes‘ das für viele vergossen wird (Mk 14,24). Damit wurden die vielen Opfer des alten Bundes durch sein Blut ersetzt. Und jeden Tag, an dem in der Eucharistiefeier das Kreuzesopfer Christi auf dem Altar gefeiert wird, vollzieht sich das Werk unserer Erlösung. Durch seine Hingabe hat Jesus uns von der Sünde befreit und uns den Weg zum ewigen Leben eröffnet. Eine Hingabe, der wir Menschen zu folgen versuchen. Nicht jedem Menschen gelingt es, so wie Maximilian Kolbe zu handeln, der anstelle eines Familienvaters im Hungerbunker der Nazi SS den sicheren Tod in Kauf nahm und so Jesus nachahmte.

Jesus führt uns also aus der Sklaverei der Sünde hinaus und bringt uns die Freiheit der Liebe und der Hingabe. Durch Buße und Kommunion können wir uns durch die Barmherzigkeit Gottes auf diesem Weg zu Gott immer wieder neu ‚ausrichten‘, unsere Richtung korrigieren und unser Ziel – das Ewige Leben bei Gott –, erreichen.

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