Das Glaubensbekenntnis

Ein wesentlicher Teil jeder katholischen Messe an Sonn- und gebotenen Feiertagen ist das Glaubensbekenntnis, lat. Credo – was übersetzt heißt ‚Ich glaube‘.
Das älteste Glaubensbekenntnis ist das Apostolische Glaubensbekenntnis, dessen Ursprung im ersten Jahrhundert liegt. Ein weiteres wichtiges ist das Glaubensbekenntnis von Nicäa, das das Resultat des Konzil von Nicäa 325 n. Chr. Ist. Das Glaubensbekenntnis wird, zusammen mit den 10 Geboten, den Sieben Sakramenten (Taufe, heilige Eucharistie, Firmung, Ehe, Weihe zum Priester, Beichte und Krankensalbung) und dem ‚Vater Unser‘ als die Säulen des katholischen Glaubens angesehen. Das Glaubensbekenntnis enthält alle wesentliche göttlich offenbarten Wahrheiten des katholischen Glaubens. Schauen wir uns einfach mal das älteste Glaubensbekenntnis an,
das Apostolische Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn,
der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,
von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Soweit der Text dieses Glaubensbekenntnisse. Aber was sagt es eigentlich aus?

Als erstes wird festgestellt, dass es Gott gibt, und dass er der Schöpfer von Himmel und Erde ist. Alles menschliche, tierische und pflanzliche Leben wurde von ihm genauso geschaffen, wie die Geschöpfe des Himmels, die Engel. Aber auch die Dreifaltigkeit Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist darin enthalten. Gott ist nicht nur ‚eine einzelne Person‘, Gott ist Gemeinschaft; Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligen Geist. Und somit wird auch bestätigt, dass Jesus der Sohn Gottes und somit Gott selbst ist. Weil Jesus als unser Herr bezeichnet wird, und sowohl das griechische Wort Kyrios als auch das hebräische Wort Adonai Herr bedeuten und ausschließlich Gott zugeschrieben wird, wird dadurch die Göttlichkeit Jesus benannt. Der Name Jesus wiederum leitet sich von dem hebräischen Wort Jeshua ab, was bedeutet: ‚Gott erlöst‘, was wiederum den Glauben der Katholiken verdeutlicht, die glauben, dass Jesus der Erlöser ist.

Die Tatsache, dass die Jungfrau Maria Jesus vom Heiligen Geist, also durch göttliche Kraft empfangen hat, Jesus somit zwar eine menschliche Mutter, aber keine menschlichen Vater (nur einen treu sorgenden, liebevollen Ziehvater – Josef) hat, ist zwar eine Bestätigung dafür, dass Jesus ganz Mensch war, aber eben auch seine göttliche Herkunft. Jesus war vollkommen göttlich und vollkommen menschlich, das heißt auch, in allem uns Menschen gleich außer in der Sünde. Denn wie könnte Gott gegen seine eigene Geboten verstoßen? Wie könnte die reine Liebe etwas Böses tun und gegen die Liebe handeln?!

Pontius Pilatus wird hier angeführt, nicht um einen Schuldigen zu haben, der am Tod Jesus schuld ist, sondern er stellt den geschichtlichen Rahmen dar; Die Zeit in der Jesus gelebt hat. Jesus hat nicht irgendwann gelebt und ist irgendwann gekreuzigt worden, sondern zu der Zeit als Pontius Pilatus der von Cäsar ernannte Stadthalter von Judäa war. Auch wird daran erinnert, dass sowohl Juden, als auch Heiden durch ihren Unglauben Jesus durch das Kreuz getötet haben.

Dass Jesus am dritten Tag auferstanden ist, zeigt, dass Jesus nicht nur für kurze Zeit klinisch tot war und dann reanimiert wurde. Jesus war wirklich und wahrhaftig tot, sein Leib war gestorben. Aber durch seine göttliche Kraft ist er nach drei Tagen von den Toten auferstanden. Und nicht etwa in einen mystischen Leib, als Geistgestalt, durch den man, wie in den Filmen dargestellt, einfach hindurch gehen kann, sondern mit seinem eigenen Leib, dem Leib, der brutal gequält wurde und der die Wundmale an den Händen und Füßen und die Seitenwunde am Oberkörper hat, die Wundmale, die der Apostel Thomas berührt hat, weil er sonst nicht glauben konnte. Mit diesem menschlichen Leib ist Jesus zum Vater an Himmelfahrt in den Himmel aufgefahren, und er sitzt als Sohn Gottes an dessen Seite. Jesus ist direkt in den Himmel aufgefahren. Außerdem glauben Katholiken, dass Jesus am Ende der Welt zurückkommen wird, um die Menschen zu richten beim Letzten Gericht am Ende der Zeit, wenn jedes persönliche Gericht offenbar wird. (Das persönliche Gericht erfolgt direkt nach dem Tod eines Menschen, hier wird der Mensch je nach Lebenswandel, Treue zum Glauben, Reue des Menschen … entweder in den Himmel gelassen, oder er gelangt zur Vorbereitung auf den Himmel zur Läuterung ins ‚Fegefeuer‘ oder er gelangt in die Hölle)

Im letzten Abschnitt des Glaubensbekenntnisses werden einige weitere Punkte angeführt, die für den katholischen Glauben wesentlich sind. Mit der Erwähnung des Heiligen Geistes wird hier nochmals die Dreifaltigkeit Gottes hervorgehoben. Ein Gott in drei Personen, eine Gemeinschaft der gegenseitigen Liebe. Und in einer solchen Gemeinschaft stehen die Gläubigen in der Kirche, im Leib Christi, zueinander. Es ist mit Kirche nicht irgendeine Institution gemeint, wie beispielsweise bei einem Verein oder einem Unternehmen. Die Kirche ist der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied dieses Leibes, der seinen Beitrag dazu gibt. Die Kirche ist somit ein für Katholiken wesentlicher Aspekt des spirituellen Lebens, eines Lebens, das auch die Seelen im Fegefeuer und die Heiligen im Himmel miteinschließt. Die Rolle der Kirche ist die Fortführung der dreifachen Mission Jesu: zu lehren, zu heiligen und zu herrschen. Diese Mission wird bis heute von der Kirche fortgeführt.

Durch Schreiben, Dokumente, päpstliche Enzykliken, Dekrete …. wird bis heute das Magisterium, die kirchliche Lehrtätigkeit, fortgeführt. Dabei werden nicht unbedingt Neuheiten verkündet, eine neue Lehre verkündet, es werden vielmehr einheitliche Lehren der päpstlichen Vorgänger wiederholt, bekräftigt oder neu formuliert. Durch die regelmäßige Spende der Sakramente führt die katholische Kirche die priesterliche Mission der Heiligung fort. Die Königliche Mission wird deutlich dadurch, dass sie durch ihre Hierarchie Hirte und Priester ist. Der Papst ist Stellvertreter Jesu und ist in seinen priesterlichen Auslegungen – hoheitlich und in der Gemeinschaft der Kirche verkündet – unfehlbar.

Und Jesus Christus ist am Kreuz für uns gestorben, zur Vergebung der Sünden. Gerade durch das Sakrament der Taufe und der Buße werden wir von unseren Sünden befreit. Bei der Taufe wird uns die Erbsünde vergeben, gewissermaßen abgewaschen und dadurch, dass wir uns selber reflektieren, unsere Fehler und Sünden erkennen und bereuen und bei der Beichte um Vergebung bitten, wird uns diese von Gott erteilt. Es wird dadurch nochmals deutlich, dass wir alle Sünder sind. Und Jesus ist nicht gekommen, um den Heiligen die frohe Botschaft zu bringen, sondern um das Evangelium allen Menschen, auch den Sündern, den Randgruppen und den Heiden zu verkünden. Er speiste mit den Zöllnern und gab sich mit Prostituierten ab, er sprach mit den Heiden und führte sie zum Glauben. Beispiel hierfür ist die Begegnung am Jakobsbrunnen mit der Samariterin (Johannes 4,1-26)‘Jesus musste auf dem Weg nach Galiläa den Weg durch Samarien nehmen. So kam er zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht.
Die Aufnahme Jesu bei den Samaritern: 4,27-42 Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.‘

Jesus vergab den Menschen ihre Sünden und ist letztendlich am Kreuz zur Vergebung unser aller Sünden gestorben. Und so wie Jesus am dritten Tag auferstanden ist, werden auch wir eines Tages auferstehen. Die Gerechten und die durch die Läuterung Gerechtgewordenen werden dann mit Leib und Seele in den Himmel eingehen. Sie werden von den Toten auferstehen.
Für die Gläubigen ist der Tod der Eingang der Seele in den Himmel und am Ende aller Zeiten wird dann die Seele und der Leib gewissermaßen wieder zusammengeführt, weil auch der Leib teilhat an all dem Guten, das der Mensch auf Erden getan hat.
Zu guter Letzt wissen wir alle, dass, weil Christus gestorben ist, auch wir sterben werden, aber wir wissen auch, dass, weil Jesus auferstanden ist, auch wir auferstehen werden.

Nur durch den Tod in diesem irdischen Leben können wir in das nächste Leben gelangen. Genau in dem Moment, in dem wir in diesem Leben sterben, erfolgt das persönliche Gericht durch Jesus und unser Leben bei Gott und Jesus beginnt. Also kann man erkennen, dass in diesen wenigen Worten alles Wesentliche des katholischen Glaubens enthalten ist.

Und wir hoffen, dass wir Ihnen hier ein wenig mehr erklären konnten. Aber natürlich können sie sich bei vertiefenden Fragen gerne an uns wenden, wir werden unser Möglichstes tun, um ihre Fragen zu beantworten.

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