Die Heilige Messe Teil III

Die Eucharistiefeier

Letzten Monat haben wir ein wenig den Wortgottesdienst erklärt und dessen Ablauf aufgezeigt.
Im Anschluss an den Wortgottesdienst, folgt nun der wichtigste und heiligste Teil der Katholischen Messe, die Eucharistiefeier.  Im diesem Teil der Messe steht das Opfer im Mittelpunkt: Kollekte, Gabenbereitung zur Wandlung und natürlich das Opfer selbst, die Konsekration durch den Priester, mit der anschließenden heiligen Kommunion der Gläubigen.

Am Beginn steht die Kollekte, während der die Gläubigen in den Bankreihen sitzen. Ein Körbchen wird durch die Reihen gereicht, in das die Gläubigen ihre Spenden legen. Vielerorts findet während der Kollekte eine Gabenprozession statt. Im hinteren Teil der Kirche steht dann, auf einem kleinen Tisch eine Schale mit nicht konsekrierten Hostien und manchmal ein Kännchen mit Wasser und Wein. Die Gläubigen, die zum Gottesdienst kommen und zur heiligen Kommunion gehen, legen von den nicht konsekrierten Hostien eine – mit einer Art Zange – in die Schale für die Gabenbereitung. Sie beteiligen sich also gewissermaßen an der Vorbereitung zur Gabenbereitung.
Ein oder mehrere Mitglieder oder Ministranten aus der Gemeinde bringen die Kollekte und das Brot und den Wein in einer Gabenprozession bis zum Altar. Der Priester nimmt die Gaben entgegen und beginnt nun die Gabenbereitung.

 Er gießt Wein und einen Tropfen Wasser in den Gabenkelch, um damit die Einheit des Göttlichen (Wein) und des Menschlichen (Wasser) in Christus zu symbolisieren.
Der Priester hebt nun die Hostie über den Altar und sagt: ‚Gepriesen bist du Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens werde‘. Darauf antwortet die versammelte Gemeinde mit ‚Gepriesen bist du Herr, unser Gott‘.

Anschließend nimmt der Priester den Kelch, hebt ihn über den Altar und sagt: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, damit er uns der Kelch des Heiles werde.“ Die Gemeinde antwortet: „Gepriesen bist du in Ewigkeit, Herr, unser Gott.“

In feierlichen Gottesdiensten können die Gaben mit Weihrauch inzensiert werden, anschließend die Zelebranten und die Gemeinde. Danach wäscht der Priester sich die Hände und betet:
„Herr, wasch ab meine Schuld, von meinen Sünden mach mich rein.“ Dies ist noch ein altes jüdisches Ritual aus der Zeit Jesu. Damals wusch der Hohepriester sich die Hände, bevor er im Tempel von Jerusalem am Passahfest ein makelloses und reines Lamm bereitete. Die Priester bereitet sich genauso durch die Händewaschung darauf vor, Gott ein reines Opfer darzubringen. Es hat demnach nichts mit dem ‚seine Hände in Unschuld zu waschen‘  von Pontius Pilatus zu tun, dem römische Statthalter Judäas zurzeit Jesus Christus.  Die Einladung zum Gabengebet lautet in einer der vorgesehenen Formen:  „Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle.“ Die versammelte Gemeinde antwortet:  „Der Herr nehme das Opfer an aus deinen Händen, zum Lob und Ruhme seines Namens, zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche.“

Nun steht die Gemeinde auf und der Priester spricht, im Namen der Gläubigen  weitere Gebet. Im Anschluss daran singen alle zusammen das Sanctus (lateinisch für Heilig) – Beispiel:
Heilig, heilig, heilig Gott, Herr aller Mächte und Gewalten. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosanna in der Höhe‘ (stammt aus Jesaja 6.3, aus Offenbarung des Johannes 4,8 und dem Evangelium nach Markus 11.9 – 10)

Nach dem Sanctus kniet die Gemeinde sich zum ersten Mal nieder. Es folgt der heiligste Teil der Messe, das Eucharistische Hochgebet – zur Transsubstantiation. Dieses darf nur von einem geweihten Priester gesprochen werden. Er ruft das letzte Abendmahl von Jesus zurück. Bis zu der Stelle, an der Jesus das Brot brach, wird der Ablauf des Abendmahls vom Priester erzählt, dann wechselt er von der  Person des Erzählers in die Person Jesus Christus und spricht weiter, als ob Jesus selbst an seiner Stelle stünde, er handelt in Persona Christi, in der Person Christi.
Der Priester sagt nicht, ‚dies ist der Leib Christie‘ oder ‚dies ist das Blut Christi‘, er gebraucht das Pronomen ‚mein‘, weil er im Augenblick der Wandlung, der Konsekration der Hostie, Christus vertritt. Er gebraucht dabei genau dieselben Worte die auch Christus beim letzten Abendmahl benutzte.
Der Priester sagt also ‚dies ist mein Leib, der für euch hingegeben wird‘ und erhebt die Hostie über den Altar. Sobald der Priester die Hostie hochhält, werden die Glocken geläutet und in der Kirche läutet ein Ministrant oder der Küster eine Glocke, um alle darauf aufmerksam zu machen, dass dies ein besonderer Augenblick ist, dass Jesus anwesend ist in der gewandelten Hostie. Danach macht der Priester eine Kniebeuge, nimmt den Kelch und sagt ‚ ‚das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis‘. Dann hält er auch den Kelch über den Altar hoch, wieder werden die Glocken geläutet. Im Anschluss macht er wieder eine Kniebeuge.
Der Begriff Transsubstantion bezeichnet in der Theologie begrifflich die Wirkung des Sakramentes der Eucharistie, eu Deutsch: Wesensverwandlung, durch die Weihe. Ausgehend von der aristotelischen Metaphysik, nach der jedes Ding, also Eigenschaften wie Zeit, Ort, Zusammensetzung, etc. hat, verändert sich während der Eucharistie (durch die Wandlungsworte des Einsetzungsberichts) die Substenz des Brotes und Weines in Leib und Blut Jesu Christi, während die Akzidenzien gleich bleiben. Daher ist Jesus Christus in dem, was wie Brot und Wein aussieht, wirklich, jedoch unsichtbar und verborgen präsent, solange die Gestalten erhalten bleiben.  Da die konsekrierte Hostie nun nicht mehr nur ein Stück Brot ist, knien die Gläubigen vor der Eucharistie nieder. Sie ist nicht nur Objekt der Anbetung, sondern vielmehr auch heilige Nahrung für die Seele.
Der Priester wandelt Fleisch und Blut Christi getrennt voneinander, er stellt dadurch die Trennung des Leibes vom Blut Jesu am Karfreitag dar, als Jesus starb. Die Katholiken empfangen in der heiligen Kommunion aber kein totes Fleisch und Blut, da Jesus ja auferstanden ist, sie empfangen seinen lebendigen und am Ostersonntag auferstandenen Leib – während der Messe wird diese Wiedervereinigung von Fleisch und Blut begangen und gefeiert.
Dies wird auch noch mal deutlich, wenn man sich das nächste gemeinsame Gebet der Gemeinde ansieht: ‚Deinen Tod, o Herr verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit‘. Es folgen am Schluss des Eucharistischen Hochgebets noch folgende Worte des Priesters: Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit‘. Die Gemeinde antwortet mit ‚Amen‘. Die Gemeinde steht nun auf, und der Priester fordert die Gemeinde mit den Worten ‚ Wir sind Kinder Gottes, darum beten wir mit den Worten die der Herr uns gelehrt hat‘ auf, gemeinsam mit ihm nun das Vater zu beten.
‚Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme, Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.‘
Danach sagt der Priester: ‚Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen. Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde, damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers Jesus Christus erwarten‘.
Die Gemeinde betet dann weiter:
‚Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.‘
In der Heiligen Messe nach Römischem Ritus kommt es nach dem Vater Unser und dem Friedensgebet, also einleitend zur Kommunionspendung, zu einem Friedensgruß.
Er wird im deutschen Sprachraum vom Priester mit der Formel: "Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch" zum Ausdruck gebracht. Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste." Der Priester oder Diakon kann, nach ortsüblichem Brauch, dazu auffordern: "Gebt einander ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung." Daraufhin geben sich die Gläubigen ein Zeichen, so wie es ihrer lokalen Sitte entspricht. Oft wird in Europa den Banknachbarn die Hand gereicht und gesagt: "Der Friede sei mit dir." Oder es werden diese Worte ohne Handreichung mit einem Lächeln gesagt. Priester und ihre Konzelebranten wünschen einander Frieden mit einer rituellen Umarmung. In Asien ist vielerorts nur eine Verneigung üblich.
+Es folgt nun das Agnus Die (Lamm Gottes), gesungen oder gesprochen. Gesprochen wird folgendes Gebetet:‘ Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Erbarme dich unser. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Erbarme dich unser. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Gib uns deinen Frieden‘. Das Agnus Die leitet sich von den Worten des heiligen Johannes des Täufers ab (Johannes 1,29 – Am Tag darauf sah er Jesus auch sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt.)
Der Priester hält die konsekrierte Hostie über den Kelch mit dem konsekrierten Wein und sagt: ‘Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt. Selig die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind‘. Hierauf antwortet die versammelte Gemeinde – ‚Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund‘.
Nachdem der Priester und die eventuell anwesenden Kommunionhelfer die heilige Kommunion zu sich genommen haben, wird die Kommunion an die Gemeinde verteilt. Der Priester oder Kommunionhelfer überreicht den Gläubigen die Hostie mit den Worten ‚Der Leib Christi‘, worauf der Gläubig mit ‚Amen‘ antwortet, was so viel bedeutet wie ‚ja, ich glaube, dass das der Leib Jesus Christus ist‘. Nach dem Erhalt geht er Gläubige an seinen Platz in der Kirche zurück, kniet sich nieder, spricht ein Dankgebet oder verharrt in einem intimen Gespräch mit seinem Herrn und Bruder.
Zum Schluss verliest der Priester ggf. Verlautbarungen bzw. Vermeldungen: kurze Hinweise auf aktuelle Ereignisse in der Gemeinde. Diese können auch vor der Messe erfolgen. Dann folgt der Segen und Entlassung: Feierlicher Schlusssegen mit Gebet über das Volk oder einfacher Schlusssegen: Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist‘ mit Kreuzzeichen. Die Gemeinde antworte mit ´: ‚Amen‘ Zum Schluss sagt der Priester: „Gehet hin in Frieden!“ worauf die Gemeinde mit „Dank sei Gott dem Herrn.“ antwortet.

Während des Schlussliedes ziehen der Priester und die Ministranten aus.

Dies war nun der Ablauf der Messe. Wir hoffen, dass sie damit sich in einer katholischen Messe zurechtfinden können und wenigstens ein wenig verstehen, wie und warum die Katholiken die Messe feiern. Wenn sie Fragen haben, lassen Sie es uns wissen, gern stehen wir zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Oder senden sie uns einfach ein Mail an marienthal@franziskaner.de .

 

 

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