Warum glauben wir?

Das ist relativ einfach, zum einen weil wir Jesus und dem Zeugnis vieler Menschen vertrauen (siehe dazu Marienthaler Gespräch 'Glaube und Vernunft'). Menschen die Augenzeuge von Jesu Leben und Vorbild waren, die mit eigenen Augen die Wunder gesehen haben, die Jesus Vollbracht hat. Zeugnisse (die Evangelien), die unabhängig voneinander verfasst wurden und dennoch in vielen Einzelheiten sich entsprechen. Thomas von Aquin (Theologe des 13. Jahrhunderts) beschreibt Glauben so:
„Wer glaubt, gibt dem seine Zustimmung durch die Vernunft, was ihm von einem anderen Vorgelegt wird, wärend er es selbst nicht sieht“. Man glaubt also dem Zeugnis eines anderen, auch wenn man das, was dieser sagt für uns selbst nicht ersichtlich ist – Kein heute lebender Mensch war vor 2000 Jahren dabei als Jesus unter den Menschen gewirkt hat. Wir vertrauen auf die Worte der Menschen die damals mit Jesus unterwegs waren. Den Zeugnissen die die Apostel an die ‚Heidenvölker‘ weiter gegeben haben und die in den Jahren 70 bis 100 n. Chr. Von verschiedenen Evangelisten aufgeschrieben wurden .
Der Glaube schützt einen nicht vor Schicksalsschlägen – durch die Erbsünde leben wir heute nicht im Paradies, in dem es weder Leid, Not, Krankheiten noch Neid, Sorgen und Hass gab, Adam und Eva wurden durch ihren Ungehorsam gegenüber Gott aus dem Paradies verbannt- aber der Glaube gibt uns Kraft weiterhin zu überleben und nicht zu verzweifeln. Er gibt Keine Antworten auf Streit, Hass und Schmerz, aber er zeigt einen Weg um durchhalten zu können, um sie zu durchstehen.
Zum anderen glauben wir, weil unsere Vernunft uns sagt, dass die Schöpfung kein Zufallsprodukte sein kann. Alles hat eine Ursache! Unsere Eltern sind der Grund dafür, dass wir auf der Welt sind, sie wiederum sind auf der Welt, weil unsere Großeltern sie gezeugt haben. Wenn wir also auf diese Weise Ursachen und Wirkung immer weiter zurückverfolgen MUSS am Anfang allen Lebens etwas oder jemand stehen, der schon immer da war, eine Kraft die nicht Ursache ist.
Eine Kraft die alles in Bewegung gesetzt hat. -  Diese Kraft ist Gott.

Kann man glauben erlernen und bin ich verdammt, wenn ich nicht glauben kann?

Der Glaube ist ein Geschenk Gottes an die Menschen, die diesen aus freien Willen annehmen oder ablehnen können. Niemand wird zum Glauben gezwungen und jeder antwortet individuell auf dieses Geschenk. Jeder zu seiner Zeit und auf seine Weise.
Die einen ignorieren das Geschenk, andere lehnen es ab und einige befassen sich nicht wirklich damit, was es heißt Christus zu folgen – sie sind Mitläufer, weil es Familientradition ist oder weil man in einer katholischen Gemeinde lebt -.  Anderen ist ihr Glaube wichtig und wertvoll, und sie suchen Möglichkeiten, in ihm zu wachsen.
Es gibt ein Sprichwort, das besagt: `Für die, die glauben, ist eine Erklärung nicht nötig, und für die, die nicht glauben, ist eine Erklärung nicht möglich`.
Die Kirche ist von Jesus gegründet worden, um uns zu erlösen. Sie führt das fort, was Jesus hier auf Erden begonnen hat. Er kam, um die Menschen zu lehren, zu heiligen und zu führen. Die Kirche als der Mystische Leib Christi (ein Leib mit vielen Gliedern) ist für die Erlösung notwendig, weil er der Vermittler ist zwischen Gott und den Menschen. Wer der Kirche nicht angehört, ist aber nicht zwangsläufig verloren oder verdammt. Jeder der Christus und die katholische Kirche nicht bewusst abgelehnt hat und seinem Gewissen gefolgt ist, kann trotzdem Rettung durch die Kirche und Christus erfahren.  Auch wer nicht der Kirche angehört, aber moralisch und ethisch lebt und so unbewusst die Gebote Gottes befolgt, kann trotz allem von Christus und durch die Barmherzigkeit Gottes gerettet werden.

 

 

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