Sakrament der Firmung

Kommen wir zu einem weiteren Sakrament der Initiation: die Firmung.

Firmung leitet sich von lateinischen Wort confirmation (Festigung, Stärkung) ab. Der durch Taufe und Kommunion verliehene Glaube soll also gestärkt, gefestigt werden.

Während bei der Taufe die Eltern und der Taufpate versprochen haben, Satan zu widersagen, an Gott und die heilige Kirche zu glauben, erneuert nun der Firmling selber dieses Versprechen. Es markiert den Eintritt ins Erwachsenenalter, in dem man sein Handeln selber entscheidet und verantwortet.

Während der Firmung, meist durch einen Bischof, wird der Heilige Geist, begleitet von Gott Vater und Gott Sohn, auf den Firmling herabgerufen, wie einst an Pfingsten der Heilige Geist zu den Aposteln und Maria kam (Apostelgesch. ., 1-4). Damals wurden die Apostel und Maria gestärkt, ihren Glauben zu leben und anderen zu vermitteln.

Der Firmling wird dadurch nicht zu einem Heiligen, wie die Apostel und Maria, Auch wird er dadurch nicht zu einem Christen, der ohne Fehl und Tadel ist, jeden Sonntag mit Freuden zur Messe geht und ein christliches Leben führt.
Es wird der Grundstein, der in der Taufe und der Kommunion gelegt wurde und der möglichst durch die Erziehung und durch das Vorbild von Eltern und Paten gepflegt wurde, weiter gefestigt. Man darf also keine Wunder erwarten, und manchmal bedarf es etwas Geduld, damit die Früchte, des Glaubens reifen können.

Durch den Heiligen Geist sollen zum einen die menschlichen Eigenschaften wie Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung und Keuschheit aktiviert werden, und zum anderen die sieben Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht verliehen werden.
Sie sollen den Prozess der Aufnahme des katholischen Glaubens vervollständigen und die Seele für das zukünftige Schaffen reifen, damit der Firmling die Verantwortung für seinen Glauben und sein künftiges Leben selbst übernehmen kann. Aber das Geschenk des Heiligen Geistes  ist zugleich auch eine Aufgabe, d.h. es ist der Freiheit des Menschen übergeben den Glauben anzunehmen und zu leben oder ihn unter Umständen auch abzulegen und abzulehnen.

Manch einen Firmling treibt es erstmal von der Kirche weg. Die Freiheit auskosten, selbst zu entscheiden. Und was macht dann fast jeder Jugendliche: genau das Gegenteil von dem, was er die ganze Zeit machen ‚musste‘.
Man erprobt sich selbst, will den eigene Weg finden, doch oft erfolgt früher oder später eine Rückbesinnung auf die Werte und den Glauben, den man einstmals vermittelt bekommen hat.
Wichtig ist, dass der Firmling offen und vorurteilslos die Wahrheit sucht, dass er sich seiner innersten Bedürfnisse nach Glück, wahrer Liebe, Gerechtigkeit, Erfüllung bewusst ist. Dann wird er DEN finden, der allein ihm das alles schenken will. Letztendlich hat jeder seinen eigene Weg zu Gott:  Der eine geht einen direkten Weg, der andere nimmt den ein oder anderen Umweg.

 

 

Das Sakrament der Firmung – und wie die Feier der Messe abläuft:

Die Zeremonie selbst kann während oder außerhalb einer Messe stattfinden. Der Zelebrant, im allgemeinen ein Bischof,  trägt eine rotes Messgewand, um die roten Feuerzungen zu symbolisieren, die an Pfingsten über den Aposteln und Maria schwebten.

Jeder Firmling kommt einzeln mit seinem Firmpaten nach vorn. Während bei der Taufe noch die Eltern die Taufpaten ausgesucht haben, sucht der Firmling den Firmpaten selbst aus. Für den Firmpaten gelten die gleichen Anforderungen wie für den Taufpaten (mindestens 16 Jahre alt, selber bereits gefirmt und ein guter Leumund in der Kirche, nur nicht die Eltern)

Bei der Taufe wurde der Name von den Eltern vergeben, da das Kind noch nicht selbst den Namen aussuchen konnte. Bei der Firmung sucht sich der Firmling den Namen selber aus. Es muss jedoch ein christlicher Name sein, also der eines Heilligen oder eines Helden aus der Bibel.

Der Firmling steht oder kniet also vor dem Zelebranten, der Firmpate legt dem Firmling eine Hand auf die Schulter und der Firmname wird dem Zelebranten mitgeteilt. Der Zelebrant trägt Chrisam auf die Stirn des Firmlings und sagt dessen Firmnamen laut, dann erklärt er ‚Sei besiegelt mit der Gabe des Heiligen Geistes‘, der Firmling antwortet darauf mit ‚Amen‘. Worauf der Zelebrant sagt: ‚Der Friede sei mit dir‘; die Antwort des Firmlings ist: ‚Und mit deinem Geiste‘.



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