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Katholische Symbole und Gesten

Manch einer fragt sich, warum tun Katholiken dies oder jenes? Oder sie fragen sich, woran erkenne ich einen Katholiken?, ist das überhaupt möglich, jemandem sein Katholischsein anzusehen?
Darauf wollen wir versuchen, eine Antwort zu geben, indem wir die Symbole und Gesten der Katholiken erklären.
Es gibt gewisse Gesten, die den Katholiken beim Eintritt in eine Kirche entlarven. Jeder Katholik taucht beim Betreten einer Kirche, am Eingang, ein oder zwei Finger in das Weihwasserbecken (sofern es eine katholische Kirche ist)  und macht damit ein Kreuzzeichen und sagt dabei still: ‘Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘. Dies ist ein Bekenntnis zum Dreifaltigen Gott, eine Erinnerung daran, dass man das Haus Gottes betritt, einen heiligen Ort und als Erinnerung an die Taufe.
Aber auch die Kniebeuge, die  Katholiken vor dem Tabernakel machen – der Ort, an dem die konsekrierten Hostien, also die Hostien die bereits die Wandlung in den Leib Christi vollzogen haben, aufbewahrt werden –, zeigt deutlich, dass es sich bei der entsprechenden Person um einen Katholiken handelt. Die Kniebeuge ist ein Zeichen des Glaubens und der Ehrerbietung vor dem im Tabernakel anwesenden Jesus. Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Kniebeuge machen kann, macht hier eine Verbeugung.
Schauen Sie sich doch mal um, wenn sie in einer Kirche sind und beobachten die Leute, die die Kirche besichtigen.
Erkennen Sie eigentlich, ob Sie sich in einer katholischen Kirche befinden? Hier ein paar Hilfestellungen: Als erstes wäre da das Weihwasserbecken, das am Eingang neben der Tür jeder katholischen Kirche ist, zu erwähnen. Aber selbst wenn man das mal übersieht, schauen Sie doch einfach mal, ob Sie im Altarraum ein rotes Licht sehen. In jeder katholischen Kirche brennt das sogenannte ewige Licht – eine Kerze die Tag und Nacht brennt. Es ist Zeichen für die Anwesenheit Gottes. In manchen Kirchen ist der Tabernakel auch in einer Seitenkapelle untergebracht, dann brennt das ewige Licht in diesem separaten Raum, beispielsweise im Dom von Fulda. Außerdem finden Sie in jeder katholischen Kirche ein Kruzifix, also ein Kreuz mit dem Abbild des gekreuzigten Christus. Protestantische Kirchen haben üblicherweise ein Kreuz ohne Korpus (lat. für Körper) des Gekreuzigten. Dieses Zeichen soll die Gläubigen daran erinnern, dass Jesus sowohl Mensch als auch Gott ist und dass sein Leiden und Sterben real und schmerzvoll war. Das Kruzifix soll die Gläubigen daran erinnern, dass Jesus einen sehr hohen Preis dafür bezahlt hat, um uns Menschen von der Sünde zu befreien. Nach den Regeln der katholischen Kirche muss in jeder Messe ein Kruzifix für alle Gläubigen sichtbar sein. Außerdem sind in den katholischen Kirchen Figuren von Heiligen zu finden, z.B. des Patron, dem die Kirche geweiht ist oder von anderen Heiligen, die für den Ort oder die Region von Bedeutung sind. In den meisten katholischen Kirchen ist eine Abbildung oder Statue von Maria, der Mutter Jesu (auch Gottes Mutter genannt), zu finden. Sie ist die höchste Fürsprecherin vor Jesus, ihrem Sohn. Bei vielen Marienstatuen oder Kreuzigungsgruppen (Jesus, ans Kreuz geschlagen, Maria und Johannes – ein Jünger Jesu) findet sich eine Möglichkeit, Opferlichter aufzustellen, für die Anliegen, die man der Mutter Gottes oder Jesus vorbringt. Auch die Glasfenster und Gemälde in katholischen Kirchen sind sehr typisch. Ursprünglich sollten sie den Menschen, die weder lesen noch schreiben konnten, katholische Glaubensinhalte nahe bringen. Die Menschen konnten zwar nicht lesen, aber sie konnten die in den Kirchenfenstern dargestellten Bilder betrachten, die Momentaufnahmen aus der Bibel oder der Kirchengeschichte waren oder Symbole der sieben Sakrament abbildeten. Ebenso sind die Kniebänke für eine katholische Kirche sehr typisch, sie werden im Gebet vor Gott und in jeder Messe bei bestimmten Handlungen von den Gläubigen genutzt – dazu nächsten Monat mehr. Dann mal weiter bei unserem Rundgang. Da wäre zu erwähnen, dass in jeder Kirche auch eine Darstellung des Kreuzwegs ist, der von vielen zur Meditation gebetet wird, um sich zu vergegenwärtigen, was Jesus für alle Menschen getan hat. In vielen Kirchen gibt es dann noch die sogenannten 12 Apostelkerzen – dabei handelt es sich um 12 Kerzen die in der Kirche an den Wänden angebracht sind und an die Gründer, die Apostel Jesu erinnern. Dann – sehr wichtig für die Katholiken – die Beichtstühle, die in den Kirchen zu finden sind. Auch wenn sie heute oftmals nicht mehr für die Beichte genutzt werden, da die Gläubigen das persönliche Gespräch mit dem Priester bevorzugen, sind sie doch in jeder Kirche zu finde als Ort, an dem man seine Sünden beichtet und sich mit Gott versöhnt. (Mehr zum Thema Beichte finden sie hier (Link zur Beichte). In älteren Kirchen findet sich oftmals noch eine Darstellung des heiligen Josef, der aber seit den 60er Jahren eher in den Hintergrund getreten und heute nicht mehr in allen Kirchen zu finden ist. Bei uns in Marienthal können Sie sich einen Josefsaltar ansehen.  Der heilige Josef gilt als Patron der Sterbenden, da man annimmt, dass er in den Armen von Maria und Jesus gestorben ist.

Weitere Symbole sind in den Fußböden und Altären zu finden , z.B.
Zwei Schlüssel, als Symbol für den heiligen Petrus, zu dem Jesus nach dem Evangelium von Matthäus sagt: Matthäus 16,18-19
18 Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Tore des Totenreichs werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, und was du auf Erden bindest, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein.
Ein Adler, er symbolisiert den Evangelisten Johannes
Ein Mensch mit Flügeln, steht für Matthäus.
Ein Löwe mit Flügel, steht für Markus.
Ein Stier mit Flügel ist das Symbol für Lukas.

Diese Symbole wurden gewählt auf Grund der ‚Schwerpunkte‘ ihrer Evangelien. Matthäus beginnt mit dem menschlichen Ursprung und der Geburt Jesu, daher der Mensch mit Flügel. Lukas beginnt sein Evangelium mit dem Vater von Johannes dem Täufer, mit dem Priester Zacharias, daher der Stier als Symbol. Stiere wurden von den Priestern auf den Altären geopfert. Markus stellt die königliche Macht an den Beginn seines Evangeliums, daher der Löwe mit Flügel, als Symbol der Macht.
Johannes wiederum beginnt mit dem Prolog über das wahre Licht, das von Gott zu den Menschen gesandt wurde, um alle zu erleuchten, durch das er in die Welt kam, aber die Welt erkannte ihn nicht. Der Adler gilt als Sonnensymbol und als Feind der Schlange. Auch wegen der Kraft seiner Sprache und des Höhenflugs seiner Einsichten wurde der Adler als Symbol für Johannes gewählt.

So, jetzt haben sie wohl erst mal genug zu schauen, wenn Sie eine Kirche betreten. Wir wünschen Ihnen, dass bei Ihren Erkundungstouren durch die Kirchen Ihnen viele Lichter aufgehen. Und wenn Sie bei Gelegenheit eine katholische Messe besuchen und sich fragen: Was soll das alles? Warum dieses Stehen, Sitzen und Knien? Warum hat der Priester ein buntes Gewand an? Sucht er sich das aus oder gibt es einen Reim für? Darauf bekommen Sie im nächsten Monat eine Antwort von uns. Also bis bald!

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