Aktuelles

Die Heilige Messe Teil II

Der Wortgottesdienst

Zunächst wünschen wir, die Brüder und Schwestern von Marienthal, allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr 2014!

Nachdem wir uns im letzten Monat uns noch ziemlich mit Begrifflichkeiten befasst haben, kommen wir nun zu der eigentlichen Messe, diesmal zum ersten Teil der Messe, zum Wortgottesdienst.

Zu Beginn, was meist durch das Läuten einer Glocke angekündigt wird, steht die Gemeinde auf und singt ein Eröffnungslied, oft begleitet von Orgelmusik, zu der Priester und die Ministranten einziehen.  Ist der Tabernakel im Altarraum, so beugen alle, die daran vorbei laufen, als Zeichen der Ehrfurcht die Knie. Dann geht der Priester zum Altar, verneigt sich vor ihm und küsst ihn, weil er Christus repräsentiert.
Von dort geht der Priester zu seinem Platz, bleibt dort stehen und beginnt die Messe offiziell mit dem Kreuzzeichen, indem er sagt ‚Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘, worauf die Gläubigen mit ‚Amen‘ antworten, während sie sich ebenfalls das Kreuzzeichen machen.
Darauf spricht der Priester eine der folgenden Formeln ‚Der Herr sei mit Euch‘ oder ‚Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch‘. Leitet ein Bischof die Feier, sagt er ‚Der Friede sei mit euch‘.
Antwort hierauf ist, vonseiten der Gläubigen, ‚Und mit deinem Geiste‘.
Nach der Begrüßung folgt ein Bußritus. Dieser ersetzt nicht die Beichte des Einzelnen, sondern es handelt sich dabei um ein öffentliches Bekenntnis, dass jeder ein Sünder ist und Sünden begangen hat. Normalerweise wird an dieser Stelle das Confiteor / Schuldbekenntnis gesprochen:

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe..
Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken,
(nun kommt eine Stelle, bei der man sich 3 mal an die Brust klopft –
aber nur ganz leicht, quasi symbolisch)

durch meine Schuld,durch meine Schuld,  durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die Selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch,
Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.

Hierauf folgt das Kyrie (griechisch für Herr), das Bittgebet auf Griechisch:
Kyrie, eleison; Christe, eleison; Kyrie eleison.
oder auf Deutsch:
Herr, erbarme dich; Christus, erbarme dich; Herr, erbarme, dich.
Der Priester sagt nun: ‚Der Herr erbarme sich unser, und vergebe uns unsere Schuld und führe uns zum ewigen Leben‘ wobei sich alle Gläubigen bekreuzigen.  Hierauf folgt, außer in der Advents- und Fastenzeit, das Gloria, der Lobgesang auf Gott. 

Nun spricht der Priester das Tagesgebet. Da jeder Sonn- und Feiertag und jeder Festtag eines Heiligen seine eigenen und ganz besonderen Gebete und Lesungen hat, kann man hier bereits erkennen, was das ‚Thema‘ der Messe ist. Wie die Überschrift in einer Zeitung, stellt es den Inhalt der Messe vor.

Bis hier sind alle (Priester und Gemeinde) gestanden. Bei den folgenden Schriftlesungen setzt sich die Gemeinde und der Priester hin. Der Lektor steht am Ambo (Lesepult) und liest die entsprechenden Lesungen aus dem Lektionar vor, die für diesen Tag vorgesehen sind. Nach den Lesungen und dem anschließenden Psalm, folgt das ‚Halleluja‘ – das erst vom Priester vorgesungen und dann von den Gläubigen singend wiederholt wird; hierauf folgt eine Art ‚Überschrift‘ aus dem nun folgenden Evangelium, wonach alle nochmals das Halleluja singen (von dem sie sich hoffentlich die Melodie gemerkt haben).
Das Wort Halleluja stammt vom Hebräischen ab, was soviel heißt wie ‚Preise Gott‘.
Beim ersten Halleluja stehen alle auf, spätestens jedoch vor der Lesung des Evangeliums.
Der Priester oder Diakon sagt nun’Der Herr sein mit euch.‘ die Gemeinde antwortet: ‚Und mit deinem Geiste‘. Priester oder Diakon sagen nun ‚Aus dem heiligen Evangelium nach … (Lukas, Markus, Matthäus oder Johannes) und macht dabei ein Kreuz auf die Seite des Lektionars oder Evangeliars. Die Gläubigen antworten darauf ‚Ehre sei dir, o Herr‘ und machen sich dabei ein Kreuz auf Stirn, Mund und Brust. Das ist ein Zeichen dafür, dass man an Jesus sooft als möglich denken soll (Stirn), über ihn und seine Taten reden soll (Mund) und ihn im Herzen tragen soll (Brust).

Der Wechsel vom Sitzen zum Stehen bei der Lesung des Evangeliums soll die Vorrangstellung der Evangelien vor den anderen Büchern der Bibel verdeutlichen. Wie bereits letzten Monat erwähnt, darf das Evangelium nur ein Diakon, Priester oder Bischof vorlesen und auslegen. Manchmal wird das Evangelium auch mit Weihrauch inzensiert (beweihräuchert). Nach der Lesung folgt die Predigt oder die Homilie, zu der die Gläubigen sich wieder setzen.

Danach wird das Glaubensbekenntnis gesprochen, wozu wieder alle aufstehen. Hierbei kann es sich um das Apostolische Glaubensbekenntnis oder das Glaubensbekenntnis von Nicäa handeln. Häufig wird hier allerdings das Apostolische Glaubensbekenntnis genommen:

‚Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters,
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige, katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen. ‚

Im Anschluss folgen die Fürbitten. Lektor oder Diakon lesen einige Bitten laut vor, auf die mit ‚Wir bitten dich, erhöre uns‘ oder ähnlich geantwortet wird. Die Gläubigen bitten für Papst, Bischof, Kirche, Regierung, aktuelle Anliegen, öffentliche oder private.
Hier sind wir nun am Ende des Wortgottesdienstes angekommen und die zweite Hälfte, die Eucharistiefeier beginnt. Aber dazu kommen wir das nächste Mal. Für Heute ist wiedermal Schluss, und ich hoffe, Sie verstehen den Ablauf etwas besser. Sollten Sie noch Fragen haben, die hier noch nicht beantwortet wurden, lassen sie es uns wissen. Schicken sie eine E-Mail an
marienthal@franziskaner.de

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